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Elsener und bosnische Sch├╝ler werten den ┬╗Monte Scherbelino┬ź zur Gedenk- und Mahnst├Ątte auf


Von Karl P i c k h a r d t
P a d e r b o r n (WV). F├╝r viele Paderborner ist der ┬╗Monte Scherbelino┬ź in der S├╝dstadt ein Fu├čballplatz, sch├Âner Grillplatz, j├Ąhrlicher Schauplatz des Osterfeuers oder ein idealer Ort zum Joggen, Wandern und Spazierengehen. Seit wenigen Tagen rufen ein betonierter Schriftzug ┬╗Vergi├čmeinnicht┬ź und eine Gedenktafel eine andere Wahrheit am ┬╗Monte┬ź in Erinnerung.

Unter dem ┬╗Monte Scherbelino┬ź ruhen 80 Prozent der Paderborner Tr├╝mmer aus der kriegszerst├Ârten Stadt. Vor 70 Jahren haben Paderborner Jugendliche und M├Ąnner begonnen, zw├Âlf Jahre lang den Schutt zum gr├Â├čten Scherbenhaufen der Stadtgeschichte aufzut├╝rmen. Dazu gab es eine Dienstpflicht.

Sieben Jahrzehnte sp├Ąter haben jetzt 22 junge Frauen und zwei junge M├Ąnner aus der Gesamtschule Elsen und aus dem befreundeten Ersten Gymnasium Sarajewo (Bosnien) in einem internationalen Projekt einige Tr├╝mmersteine ausgegraben und zusammen mit mehr als 2000 Vergissmeinnicht- Blumen ein ungew├Âhnliches Denkmal geschaffen. Die Sch├╝ler wollen buchst├Ąblich verhindern, dass zu viel Gras ├╝ber die Geschichte des vom Volksmund liebevoll genannten ┬╗Monte Scherbelino ┬ź w├Ąchst. Das ┬╗├č┬ź in den Betonbuchstaben des Wortes ┬╗Vergi├čmeinnicht ┬ź ersetze bewusst das ┬╗SS┬ź, sagt Projektleiter und Lehrer Frank Dunschen.

In einer bewegenden Gedenkstunde berichtet der ehemalige Paderborner B├╝rgermeister und Ehrenb├╝rger Wilhelm L├╝ke (80) als Zeitzeuge den Sch├╝lern und Lehrern der beiden Gymnasien von den schrecklichen Kriegsereignissen. Zwei Klassenkameraden hat der damals zehnj├Ąhrige Wilhelm L├╝ke bei Bombenangriffen verloren, der vom Fluchtort Etteln aus die Bombardierungen seiner Heimatstadt erlebt. L├╝ke hat aber auch erlebt, wie der meiste Kriegsschutt aus der Stadt mit kleinen Tr├╝mmerz├╝gen auf dem Scherbenhaufen in der S├╝dstadt aufget├╝rmt wurde. Es sollen 50 000 Kubikmeter Schutt sein, der einmal Paderborn war. Der ┬╗Rest┬ź landet im Inselbadstadion und in der Paderkampfbahn.

┬╗Viele haben geglaubt, dass wir Paderborn an dieser Stelle nicht wieder aufbauen k├Ânnen┬ź, sagt Wilhelm L├╝ke nicht ohne Stolz. Zw├Âlf Jahre und 39 500 Arbeitstage sp├Ąter ist der Schutt aus der Stadt verschwunden. T├Ąglich darf der Eisenbahnersohn miterleben, wie Paderborn Zug um Zug aufgebaut worden ist. ┬╗Jeden Tag ein bisschen mehr┬ź, sagt L├╝ke.

Die Gesamtsch├╝ler aus Elsen und Gymnasiasten aus dem einstigen B├╝rgerkriegsland Bosnien, die jetzt den ┬╗Monte Scherbelino┬ź zur Gedenkst├Ątte aufwerteten, verstehen ihr Werk als Mahnung: ┬╗Nie wieder Krieg┬ź, rufen sie im Chor hoch ├╝ber der Stadt den Menschen zu Mona Stich (17) und ihre Klassenkameraden und Freunde ├╝berreichen Ziegelsteine aus der zerst├Ârten Stadt mit der zweisprachigen Aufschrift ┬╗Vergissmeinnicht ┬ź. 70 wei├če Friedens-Luftballons steigen f├╝r 70 Jahre ┬╗Monte Scherbelino┬ź zum Paderborner Abendhimmel auf.

B├╝rgermeister Michael Dreier steht nachdenklich in der Fr├╝hlings- Idylle auf dem begr├╝nten Schutthaufen, der f├╝r Paderborn ein beliebtes Naherholungsgebiet ist: ┬╗Krieg ist unvorstellbar grausam, unvorstellbar menschenverachtend und unvorstellbar sinnlos ┬ź, sagte Dreier: ┬╗Hier liegt 80 Prozent des sch├Ânen alten Paderborns, so wie es vor dem Krieg war.┬ź Er dankt den Sch├╝lern der beiden Schulen aus Deutschland und Bosnien, dass sie gemeinsam die Geschichte des ┬╗Monte Scherbelino ┬ź mit bleibenden Zeichen an die Oberfl├Ąche geholt haben.


Johanna Sturm (links) und Viktoria Fallenberg (beide 18) haben mit 22 Mitsch├╝lern am ┬╗Monte Scherbelino┬ź zwischen Tr├╝mmersteinen ein ┬╗Vergissmeinnicht┬ź in Beton gegossen.
Foto Karl Pickardt

┬ę 2015 Neue Westf├Ąlische 100 - Paderborn Lokales, Donnerstag 30. April 2015

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