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  Presse >> Im Rollstuhl Geschwindigkeit ├╝berschritten

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Uwe Mohns (17) hat die Glasknochenkrankheit und besucht eine Paderborner Gesamtschule


Uwe Mohns ist wohl einer der wenigen Menschen, der f├╝nf Euro l├Âhnen musste, weil er die erlaubte H├Âchstgeschwindigkeit im Rollstuhl ├╝berschritten hat. Die 6 km/h sind schnell geschafft, als er die Paderborner Rothebr├╝cke ├╝berquert und bergab ┬╗einfach mal losl├Ąsst┬ź. Statt die Autofahrer rauszuwinken, stoppt die Polizei ihn. ┬╗Manchmal muss man ihn vor sich selber sch├╝tzen, er ist halt immer sehr dynamisch unterwegs ┬ź, sagt seine Klassenlehrerin Dorothee Pla├č, die Uwe Mohns an der Gesamtschule in Paderborn- Elsen unterrichtet.

Der 17-J├Ąhrige leidet an Osteogenesis Imperfecta, im Volksmund Glasknochenkrankheit. Es gab Zeiten, in denen Uwe Mohns vor Freude auf den Tisch haute und sich die Hand brach. K├╝rzlich fiel er aus dem Rollstuhl und brach sich die Wirbels├Ąule. ┬╗Man gew├Âhnt sich daran┬ź, sagt der junge Mann. Seit er denken kann, sitzt er im Rollstuhl. Seine Behinderung nimmt er mit Humor. Wenn er in der Cafeteria in der Schlange steht, ruft er: ┬╗Lass mich mal vor, ich bin behindert.┬ź Gemeinsam mit seinen Klassenkameraden am├╝siert er sich, wenn alle aufstehen zur Begr├╝├čung und einer sagt: ┬╗Los Uwe, steh endlich auf.┬ź

Doch eine Situation hasst er. ┬╗Es nervt, wenn mich manche als Dreij├Ąhrigen abstempeln und auch so ansprechen, nur weil ich im Rollstuhl sitze und in meinem Personalausweis 1,30 Meter steht┬ź, erz├Ąhlt der 17-J├Ąhrige. Weil er wegen seiner Behinderung so klein ist, braucht er in der Schule Unterst├╝tzung. Ein Integrationshelfer steht ihm zur Seite. Das beginnt beim Abholen Zuhause, reicht ├╝ber Hilfen in der Schule und endet beim Weg ├╝ber eine Rampe ins Taxi. Manchmal braucht er auch Ruhephasen, damit sich der K├Ârper erholt. ┬╗Von der f├╝nften bis zur zehnten Klasse hie├č Uwes Integrationshelfer Adrian. Der war f├╝r ihn emotional enorm wichtig, weil er ihm nicht nur im Schulalltag half, sondern auch schnell zu einem echten Vertrauten wurde┬ź, erinnert sich Dorothee Pla├č.

Eine F├Ârderschule kam f├╝r Uwe Mohns, der in einem Kinderheim wohnt, nie infrage. ┬╗Ich habe ja keine geistigen Defizite, und hier in der Schule ist alles barrierefrei ┬ź, sagt der Elftkl├Ąssler. Er habe immer gef├Ârdert werden wollen, damit sein Gehirn nicht abschalte. In Klasse 10 hatte er einen Notendurchschnitt von 1,6. ┬╗Wenn ich das Gef├╝hl h├Ątte, ein Ausgegrenzter zu sein, weil ich behindert bin, h├Ątte ich auch keinen Bock, hier zu lernen┬ź, sagt der Sch├╝ler. Dieses Risiko habe aber nie bestanden. Nicht zuletzt, weil er nicht der einzige Rollstuhlfahrer in seiner Klasse war. Sein Freund Julian sitzt auch im Rollstuhl. ┬╗In der f├╝nften Klasse habe ich sofort Anschluss gefunden. Nat├╝rlich haben mich die anderen erst einmal beobachtet. Doch schnell kam es auch zu Treffen.┬ź ├ťbernachten inklusive! Da packten dann die Eltern der Freunde an beim Treppe hochtragen oder ins Bett heben.

┬╗Erst war es ungewohnt, einen Freund im Rollstuhl zu haben┬ź, erz├Ąhlt Jannik Schaefer. Doch die Art von Uwe, damit umzugehen, habe es leicht gemacht. ┬╗Er hadert nie, geht selbstverst├Ąndlich damit um, macht sogar Witze dar├╝ber.┬ź

Die Gesamtschule Elsen bietet seit 23 Jahren gemeinsamen Unterricht von Behinderten und Nichtbehinderten an. Das Spektrum ist breit: H├Âr- und Sehgesch├Ądigte, Kinder mit Down-Syndrom, entwicklungsverz├Âgerte sowie k├Ârperlich-motorisch eingeschr├Ąnkte Sch├╝ler. Jeder hat seinen F├Ârderplan. Manche werden zielgleich mit Regelsch├╝lern unterrichtet. Andere nicht. Seit Sommer gibt es pro Jahrgang zw├Âlf Inklusionskinder. Ein bis zwei Regelschullehrer und ein Sonderp├Ądagoge sind pro Klasse zust├Ąndig.

Uwes Grundschule bescheinigte ihm die Bef├Ąhigung f├╝rs Gymnasium. Er will Abitur machen. Dabei spielt das Fach Sport eine wesentliche Rolle. In einem Modellprojekt wurde ein Notenraster f├╝r ihn entwickelt. Denn Sport ist Uwes Leben. Zehn-Kilometer-Handbike beim Osterlauf, Tennisturniere, Fu├čball auf dem Bolzplatz . . . Angst, sich wieder die Knochen zu brechen, kennt er nicht. Und so ist es kein Wunder, dass er auf der Abschlussfahrt der zehnten Klasse nach Berlin im Rollstuhl treppauf, treppab von seinen Klassenkameraden in die Diskotheken getragen wurde. ┬╗Da gucken nat├╝rlich alle. Aber das kenne ich ja.┬ź


Uwe Mohns (17) unterh├Ąlt sich mit seinen Freunden Jannik Schaefer und Luis Hefenbrock (Mitte) auf dem Schulhof. Foto: J├Ârn Hannemann

┬ę WESTFALEN-BLATT Nr. 110, Ostwestfalen-Lippe, Mittwoch, 13. Mai 2015

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