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  Presse >> "Es war eine bewegte Zeit"

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25 Jahre Gesamtschule Elsen: Annegret Greipel-Bickel steht seit dem ersten Tag an der Spitze des Leitungsteams


Paderborn-Elsen. Eine Schule f├╝r alle Kinder? Eine neue Schulform, die Kinder nicht im Alter von zehn Jahren in Hauptschule, Realschule oder Gymnasium sortiert? Die Widerst├Ąnde im konservativen Paderborn waren ziemlich gro├č, der Weg der F├╝rsprecher steinig. Doch 1990 war es soweit: Paderborns ersteGesamtschule├Âffneteim Stadtteil Elsen ihre T├╝ren.Am kommenden Dienstag feiern 1.300 Sch├╝ler und 120 Lehrern mit einem Festakt den 25. Geburtstag. An der Spitze des Leitungsteams stand von Anfang an Schulleiterin Annegret Greipel-Bickel. NW-Redakteurin Sabine Kauke sprach mit ihr ├╝ber Gegenwind und Erfolge.

Frau Greipel-Bickel,wie war das 1990, als Sie mit der ersten Gesamtschule weit und breit gestartet sind?
Annegret Greipel-Bickel: Ich war immer ein sehr mutiger Mensch. Weil ich zuvor insgesamt zehn Jahre lang an zwei Gesamtschulen im Aufbau in Lippe gearbeitet hatte, kannte ich den Mainstream in der konservativen Gesellschaft zur Gen├╝ge. Mit Widerstand war zu rechnen, aber damit konnte ich umgehen. Mit gro├čen blauen Plakaten wurde damals in ganz Paderborn ├╝ber die geplante Er├Âffnung und das Anmeldeverfahren informiert. Warein Plakat beschmiertoder abgenommen worden, h├Ąngte die Elterninitiative sofort ein neues auf. Auch damalige Kritiker werden zu unserer Geburtstagsfeier kommen. Wir waren vor allem wohl wegen des Ganztagsunterrichts exotisch. Insgesamt war es eine sehr bewegte Zeit.

180 Sch├╝ler in 6 Klassen zum Start. Ging es so erfolgreich weiter?
Greipel-Bickel: Bereits ab dem zweiten Jahr hatten wir mehr Anmeldungen als Pl├Ątze. So wurde 1994 angesichts der gro├čen Nachfrage die Friedrich- Spee-Gesamtschule gegr├╝ndet. Wegen der vielen neuen Gesamtschulen in Stadt und Kreis sindwir erstmals seit zwei Jahren in der gl├╝cklichen Situation, kein Kind mehr abweisen zu m├╝ssen.

Einige Leiterinnen bzw. Leiter dieser Neugr├╝ndungen stammen aus Ihrem Team.
Greipel-Bickel: (lacht) Ja, das sind Ableger von uns. Vier ehemalige Kollegen leiten die Gesamtschulen in Delbr├╝ck, Salzkotten, Bad Driburg und die Paderborner Heinz-Nixdorf- Gesamtschule. Da ist anhand der Erfahrungen ein Gelingen programmiert.

Sie waren in Paderborn auch Pionierin in Sachen Inklusion an weiterf├╝hrenden Schulen.
Greipel-Bickel: Wir sind damit schon 1993 gestartet und f├╝r eine Schule im Aufbau war das wirklich eine Herausforderung. Aber Kinder mit sonderp├Ądagogischem F├Ârderbedarf geh├Âren in die Regelschule, sonst sind sie Au├čenseiter, und ihre Eltern auch. In den 90er Jahren hatten wir pro Jahrgang f├╝nf bis sechs Inklusionskinder in einer Integrationsklasse, seit dem 9. Schulrechts├Ąnderungsgesetz 2014 werden mindestens zw├Âlf Sch├╝ler pro Jahrgang der Schule zugewiesen.

Gerade hat der Schulausschuss Ihrem Antrag auf die BestimBestimmung als Schwerpunktschule f├╝r das Gemeinsame Lernen zugestimmt.
Greipel-Bickel: Das ist die logische Konsequenz aus unseren vielseitigen F├Ârderbereichen, die nicht nur Lernen, Sprache und soziale Entwicklung umfassen, sondern ebenso H├Âren und Sehen, k├Ârperliche und geistige Entwicklung. Bei uns wurden schon Kinder mit offenem R├╝cken oder Knochenkrankheiten beschult, bei uns ist niemand ein Exot. Aktuell werden 61 Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler mit Unterst├╝tzungsbedarf unterrichtet, die kaum eine bessere Lebensschule erfahren k├Ânnten.

Waren Sie schon immer ein Fan von Gesamtschulen?
Greipel-Bickel: Nach meinem Referendariat f├╝r das H├Âhere Lehramt wurde ich 1980 direkt an eine Gesamtschule geschickt und kannte diesen Typus ├╝berhaupt nicht. R├╝ckblickend denke ich, dass die Schulform die einzige M├Âglichkeit bietet, allen Sch├╝lern gerecht zu werden. Sie bildet den Querschnitt der Gesellschaft ab, kategorisiert nicht wie das dreigliedrige Schulsystem und hat einen anderen Blick auf die Heranwachsenden. Schule muss sich den Kindern und Jugendlichen anpassen. Bei uns geht es nicht darum, einen bestimmten Abschluss zu erzielen, sondern den bestm├Âglichen f├╝r das jeweilige Kind.

Wie erreichen Sie das?
Greipel-Bickel: Mit einem konsequenten Ganztag, einer intensiven Kooperation zwischen Elternhaus und Schule und dem Prinzip, dass zwei Klassenlehrer die Sch├╝ler konstant von der 5. bis zur 10. Klasse begleiten und in der gymnasialen Oberstufe als Beratungslehrer in Kontinuit├Ąt f├╝r sie da sind. Das schafft Identifikation und motiviert Kinder wie P├Ądagogen. F├╝r unsere Lehrer ist die Schule der Arbeitsplatz. Dabei agieren sie nicht als Einzelk├Ąmpfer, die manchmal schon mit 45 Jahren ausgebrannt sind, sondern in Teamstrukturen. Sie unterst├╝tzen, erg├Ąnzen und vertreten sich, somit kann auch Unterrichtsausfall minimiert werden. In den 25 Jahren gab es kaum Fluktuation im Lehrerkollegium.

Gibt es in Stadt und Kreis jetzt genug Gesamtschulen?
Greipel-Bickel: Genug gibt es dann, wenn die Gesamtschule die Standardschule ist. Das gegliederte System ist nicht mehr durchg├Ąngig vorhanden. Gymnasien werden sich, vor allem wegen des G8, die Akzeptanz der Eltern erhalten.

Ist die Schulform Gesamtschule nach 25 Jahren anerkannt in Paderborn?
Greipel-Bickel: Von der Stadtverwaltung sind wir immer sehr gef├Ârdert worden. Ja, es gibt mittlerweile eine breite Akzeptanz in Stadt und Kreis. Aber dennoch, angesichts tradierter Denkmodelle in einer konservativ gepr├Ągten Region ist dies ein langwieriger und noch nicht abgeschlossener Prozess. Es ist kaum zu glauben, aber l├Ąngst nicht jeder Paderborner wei├č, dass es in Eltern eine Gesamtschule gibt und was das eigentlich ist.Hier ist die Gesamtschule auf den Kenntnisstand der Lehrer an Grundschulen dringend angewiesen. Eltern m├╝ssen ja umfassend mit Blick auf die weiterf├╝hrende Schule beraten werden. Aber auch dort ist der Umgang mit einem (relativ) neuen Schulsystem sicher eine Generationenfrage. Der Erfolg eines Sch├╝lers oder einer Schule wird in Paderborn immer noch am Anteil der Abiturienten gemessen, aber nicht daran, wie sich ein Kind positiv mit einem qualifizierenden Abschluss entwickelt hat. Im ├ťbrigen hatten fast 70 Prozent unserer jetzigen Abiturienten am Ende der Grundschulzeit keine Gymnasialempfehlung.

Unterrichten Sie schon Fl├╝chtlingskinder?
Greipel-Bickel: Wir werden uns zur Standortschule entwickeln und mit Vereinen und Grundschulen vor Ort aktiv kulturelles Leben gestalten, das ist unser Ziel. Bislang konnten wir von der Elsener Bev├Âlkerung nicht als die entscheidende Bildungsinstitution in Elsen wahrgenommen werden, weil zu viele Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler aus den Nachbarkommunen aufgenommen werden mussten. Diese Zeit ist nun hoffentlich vorbei.

Das letzte Schuljahr
Annegret Greipel Bickel wurde in Duisburg geboren. Die 63-j├Ąhrige P├Ądagogin bezeichnet sich selbst als ÔÇ×Rheinl├Ąndisch angehauchtÔÇť, aber auch robust. Die Schulleiterin unterrichtet etwa im Umfang einer halben Lehrerstelle die F├Ącher Englisch und Musik an der Gesamtschule. Das laufende Schuljahr wird das letzte von Annegret Greipel-Bickel an der Gesamtschule Elsen sein. ÔÇ×Im August n├Ąchsten Jahres werde ich in den Ruhestand gehenÔÇť, k├╝ndigt sie an.


┬ę 2015 Neue Westf├Ąlische - Stadt Paderborn, Samstag/Sonntag 26./27. Semptember 2015

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