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  Projekte >> „Leben in Fülle“ – Umgang mit Sterben und Tod

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„Leben in Fülle“ – Umgang mit Sterben und Tod
>> Buch mit Schülerbeiträgen aus dem Projekt  
 
Zeitraum: 9. Februar – 25. April 2012

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Paderborner Hospizes „Mutter der Barmherzigkeit“ hat Herr Gerd Felder, der ehemalige Chefredakteur der Kirchenzeitung „Der Dom“, das kreisweite medienpädagogische Pilotprojekt für OWL ins Leben gerufen. Unter dem Titel „Leben in Fülle“ setzen sich über 600 Schüler von 12 weiterführenden Schulen und eine Bielefelder Schule bis Ende April mit den Themen „Sterben und Tod“ auseinander. Die Gesamtschule Elsen nimmt mit den Religionskursen 10 f (Religionslehrer Karl Josef Hüster) und 10a/b ( Religionslehrerin Martina Husemann) mit insgesamt 46 Schülerinnen und Schülern daran teil.

Das Projekt begann an unserer Schule mit einem Besuch der ehrenamtlichen Mitarbeiterin des Hospizes, Frau Anna-Elisabeth Schulte. Darüber hinaus werden die Schüler einen zweistündigen Besuch im Hospiz und einen Besuch im Bestattungshaus Dieter Sauerbier in Paderborn absolvieren. Dabei haben sie die Gelegenheit, die dort engagierten Menschen nach Idealen, Zielen und inneren Beweggründen für den täglichen Umgang mit Sterbenden zu befragen. Die Ergebnisse der Recherchen sollen wahlweise in Reportagen, Berichten, Interviews usw., aber auch in fiktiven Texten wie Kurzgeschichten, Gedichten und in künstlerischen Darstellungen ihren Niederschlag finden. Diese Eindrücke werden in einem Buch zum Paderborner Hospiz zusammengefasst und herausgegeben.
Zu den Zielen des Projektes gehört nicht nur, dass das Paderborner Hospiz und das Bestattungshaus Sauerbier und deren wertvolle Arbeit als Dienst am Menschen näher bekannt gemacht werden, sondern auch, dass Hemmschwellen, Ängste und Vorurteile bei den Schülern und Schülerinnen abgebaut werden, die sich aktiv mit diesen Tabuthemen im Unterricht auseinandersetzen.
Am Ende des Projektes erhält jeder Schüler, dessen Text veröffentlicht wird, dieses Buch als eigenes Exemplar geschenkt.

Ein Interviews mit Anna–Elisabeth Schulte (66 Jahre), einer der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen im Hospiz „Mutter der Barmherzigkeit“ in Paderborn:

Die Worte ihres schwerkranken Vaters „Du musst mir jetzt eine Bahnhofsuhr besorgen!“ haben sie bis heute zutiefst beeindruckt.
Im folgenden Gespräch berichtet sie von ähnlichen und anderen prägenden Erfahrungen in der ehrenamtlichen Hospizarbeit.
Warum haben Sie sich für diese ehrenamtliche Aufgabe im Hospiz entschieden?
Schon in meiner Kindheit war mir der Kontakt mit Sterbenden und Verstorbenen nicht fremd. Mein Vater deutete sein nahes Ende durch diesen Satz indirekt an. Seine letzte Reise stand bevor. Sterbende haben eine eigene Sprache.
Gab es noch weitere Motive in Ihrem Leben für diese Entscheidung?
Als Sonderschullehrerin war ich auch während meiner Berufstätigkeit den Umgang mit kranken Kindern gewohnt und so traute ich mir auch nach Eintritt in den Ruhestand die Begleitung Sterbender im Hospiz zu. Immer wieder spürte ich dabei, dass das Sterben zum Leben dazu gehört. Leben ist endlich.
Was war bisher Ihre schönste Erfahrung?
Einmal wurde ich zu einer älteren Dame, die im Sterben lag, gerufen. Die Pflegeschwestern sagten mir, sie sei sehr unruhig. Offensichtlich wurde sie von dieser Unruhe getrieben, weil sie im Leben viele schwere Erlebnisse durchmachen musste und jetzt nicht loslassen konnte. Aber als ich ihr Gebetstexte vorlas, wurde sie zunehmend ruhiger.
Wie kamen Sie auf die Idee, Gebete vorzutragen?
Ich hatte in ihrem Zimmer viele religiöse Gegenstände gesehen. So vermutete ich, dass sie sehr gläubig war. Da habe ich mich entschieden, es einfach mal damit zu versuchen. Kurz darauf konnte sie für immer gehen. So hat sie ganz behutsam über ihren Glauben dazu gefunden, mit ihrem Leben endgültig abzuschließen.
Gibt es Situationen, in denen Sie dem Kranken nicht die Wahrheit über seinen Zustand sagen können?
Ich würde versuchen, ihn selber eine Antwort finden zu lassen.
Was ist Ihre Meinung zu aktiver Sterbehilfe?
Aktive Sterbehilfe ist für einen ehrenamtliche Hospizhelfer nicht akzeptabel. Schwerkranke leiden oft unter starken Schmerzen. Im Hospiz werden diese Schmerzen aber durch Medikamente so stark gemindert, dass der Wunsch nach Selbsttötung kaum noch entsteht. Kein Hospiz leistet Sterbehilfe.
Was denken Sie über die Gespräche mit Angehörigen?
Den Angehörigen fällt es oft leichter mit den ehrenamtlichen Hospizhelfern und dem Pflegepersonal über den Sterbenden, Krankheit, Tod und Trauer zu reden, als mit den Betroffenen selbst. Wir ehrenamtlichen Hospizhelfer werden gründlich auf unsere Aufgabe im psychosozialen und kommunikativen Bereich vorbereitet.
Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?
Ich glaube, dass es ein Leben gibt, das anders ist als unser Leben. Dabei hoffe ich auf ein Wiedersehen mit Menschen, die mir nahestanden. Gott beantwortet für mich die Frage nach dem Sinn des Lebens.
Was hat sich in Ihrem Leben geändert, seitdem Sie mit dem Hospiz zusammenarbeiten?
Ich habe gelernt, besser zuzuhören und mich besser in Menschen in schwierigen Situationen hineinzuversetzen. Ich bin ruhiger geworden. Außerdem bin ich dankbarer und bescheidener. Das macht das Leben einfacher.

(Interview: Kristina Kniesburges und Steffen Schnitzmeier, Klasse 10a, Gesamtschule Paderborn–Elsen)
 
Weiterführende Links
>> Bericht über das Schülerprojekt (Zeitungsartikel) >> Veröffentlichung des Buches (Zeitungsartikel)
 
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