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  Projekte >> "Spuren Suchen - Brücken bauen" - Schulen begegnen ehemaligen Zwangsarbeitern

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12.09.2017
Besuch des Glaubensgartens auf der Landesgartensch ...

Dokumentation über die Teilnahme unserer Schule am Projekt:
"Spuren Suchen - Brücken bauen"
- Schulen begegnen ehemaligen Zwangsarbeitern
Keine Woche, wie jede andere!

- Die Woche vom 28.04. - 03.05.2002 aus der Rückschau

Die Vorplanung der Programmgestaltung dieser Woche war mit vielen Fragezeichen einher- gegangen. Es war wirklich ein Projekt des "Spuren Suchens", denn bis wenige Tage vor Ankunft unserer Gäste wussten wir nichts über ihre Herkunft und ihre persönlichen Schicksale im 2. Weltkrieg. So war z.B. völlig offen, ob sie zu dem Paderborner Raum als ehemalige Zwangsarbeiter eine direkte Beziehung hatten, was ja für die Programmplanung nicht uninteressant war.
Im Nachhinein kann man sagen, dass diese Woche in der Mischung eines Programms aus offiziellen und persönlichen Begegnungen sehr viel positive Resonanz auf Seiten der Gäste und der Gastgeber gefunden hat. Dass die Programmgestaltung auch noch durch unsere Gäste überraschende Impulse erhielt, ist ein in der Erinnerung ein besonders erfreulicher Aspekt.

Montag 29.04.02
Die Mitglieder der Schulleitung und die Schulpflegschaftsvors. begrüßen unsere Gäste aus Belarus
Gesprächsrunde in der Aula mit Schülern des 9. Jgs. - Die Zeitzeugen berichten aus Ihrem Leben
Schüler suchen im Anschluss das persönliche Gespräch, besonders Schüler aus der ehemaligen UdSSR, dt. Aussiedlerfamilien

Da waren die 3 Gesprächsrunden mit Schülerinnen und Schülern der Jge. 9 - 12. In den individuellen Stellungnahmen der einzelnen Schüler/-innen wird sehr viel Anerkennung der persönlichen Schicksale und Lebensleistungen der beiden Zeitzeugen deutlich. Man ist beein-druckt von der positiven Grundeinstellung der Gäste gegenüber ihrem Gastgeberland und seinen Menschen.
Der Empfang beim Bürgermeister im historischen Rathaus bildet für unsere Gäste ein besonderes Erlebnis. Sie erfahren dort, dass die Stadt ihre Vergangenheit mit ehemaligen Zwangsarbeitern wissenschaftlich aufarbeiten lässt.
Eine Stadtführung mit Günther Bitterberg ist immer ein Erlebnis! Er vermittelt unseren Gästen ein besonders eindrucksvolles Bild des historischen Stadtkerns, wobei ihm insbesondere die Geschichte der ehemals in Paderborn lebenden Juden am Herzen liegt, die in der Zeit des Nazi-Regimes gelitten haben. Darüber hinaus ist er mit verschiedenen Projekten im Zusammenhang mit den "Kindern von Tschernobyl" - den Opfern der Reaktorkatastrophe - auch schon mehrmals in der Heimat unserer Gäste gewesen.
Ein Abend in geselliger Runde im Hause Beer schließt unsere Gäste schnell in eine lockere, freundschaftliche Stimmung mit ein. Das wird noch dadurch unterstützt, dass Fr. Striegel, ein Mitglied unseres Fördervereinsvorstandes perfekt russisch spricht.
Der 1. Mai wird ein "Feiertag" im besonderen Sinne:
Am Morgen hat der Verein "Wider das Vergessen und für mehr Demokratie" durch seine Vorsitzende, Fr. Büttner, auf die Wewelsburg eingeladen. Diese nach den Plänen H. Himmlers geplante Kultstätte des Nazi-Regimes ist ein besonderer Ort und das ehemalige KZ Niedernhagen stellt in diesem Themenzusammenhang einen konkreten Bezug her zu den Erfahrungen unserer Gäste. Es ist für sie von besonderer Bedeutung zu erfahren, dass dieser Verein vor 4 Jahren am 02. April, dem Gedenktag an die Befreiung des Lagers, von zunächst 10 jungen Leuten ins Leben gerufen wurde. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, die Erinnerung an die Vergangenheit wachzuhalten, um für die Zukunft daraus die notwendigen Lehren zu ziehen.

Am Nachmittag kommt es in "Ewers Mühle" zu einer Familienzusammenführung der besonderen Art. Ljubovs Tochter Elena ist seit ungefähr 1 Jahr mit einem Deutschen verheiratet und lebt mitten im Ruhrgebiet. Ljubov lernt ihren Schwiegersohn, den sie bisher nur vom Telefon kennt, zum ersten Mal persönlich kennen. Man entschließt sich spontan, den freien Teil des Tages bis zum Beginn des Abschlussseminars in Iserlohn gemeinsam zu verbringen. Am Abend desselben Tages gibt Arkadij in gemütlicher Runde ein Geheimnis preis:
Sein Geburtsdatum ist nicht wie aus den Projektunterlagen für uns ersichtlich der 25. Juli 1934, sondern der 1. Mai 1934. Er habe dieses Datum aus Gründen der Möglichkeit der Armeedienstverweigerung nie bekannt gegeben und folgedessen auch nie gefeiert. Jetzt feiern wir seinen regulären Geburtstag zum ersten Mal und dann gerade in Deutschland.

Dienstag 30.04.02 Donnerstag 02.05.02
Gesprächsrunde am folgenden Tag mit Schülern der Jge. 10 und 12. Auch hier suchten die Schüler anschließend das
persönliche Gespräch.
Mitglieder der Schulleitung, des Fördervereins, der Schulpflegschaft und Kollegen verabschieden unsere
Gäste, aber nicht ohne Abschiedsgeschenke.

Der Abschied aus Paderborn fällt allen Beteiligten schon sichtlich schwer. Man empfindet es wie einen Abschied von guten Freunden, die man aber gern wiedersehen möchte.
Das Abschlussseminar in Iserlohn bringt für alle Teilnehmer noch einmal eine besondere Erfahrung. Der Austausch über das in dieser Woche Erlebte zwischen Schülern, Lehrern, Eltern und den Gästen aus Belarus und der Ukraine ist sehr eindrucksvoll. Man hat als Beobachter und Beteiligter das Gefühl, dass an allen Orten (33 Schulen in der Bundesrepublik) viele neue Freundschaften entstanden sind.


Heinz Dobler

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